Aktuelle Aussagen von Claudius zu einem bestimmten Thema

Claudius spricht über Freundschaft

Clau Clau Claudius – Herodes Agrippa, Freund meines Lebens. Wir schließen den Kreis und grüßen euch, ihr Lieben, heute Abend hier zu diesem Gespräch.

Heute Abend wollen wir über das Thema  Freundschaft  mit euch reden. Denn seht, Freundschaft ist etwas, was  ihr erleben könnt als Teil eines reichen und erfüllten Daseins. Freundschaft ist die Basis des Miteinanderseins. Aus dem Wort „Freundschaft“ leitet sich auch Freundlichkeit ab. Und freundlich zu sein bedeutet, einander wohl gesonnen zu begegnen. Nun, ihr lebt heute in einer Zeit, in der ihr alle miteinander vernetzt und verbunden seid. Ihr kennt so viele Menschen, ihr besucht euch quer über den Erdball. Distanzen, räumliche Distanzen, stellen für euch schon lange kein Problem mehr dar.

Doch was ist ein Freund? Seht, mit euren  zwischenmenschlichen Beziehungen ist es nicht einfach zu dieser Zeit, denn die Erwartungen aneinander sind hoch gestellt. Der Freund soll euch Wohlwollen entgegenbringen, Verständnis, er soll für  euch da sein, er soll mit euch mitfühlen, er soll euch unterstützen wo immer es geht und möglich ist. Und natürlich, auch ihr erkennt  für euch selbst, wenn ihr bereit seid eines anderen Freund zu sein, dann bedeutet dies auch für euch, dass ihr für den anderen da sein wollt,  dass  ihr  ihm Wohlwollen entgegen bringen wollt, das ihr ihn nährt und stärkt  und unterstützt,  wo immer es euch möglich ist. Nun sollte man meinen, dass Freundschaft ein hohes Gut ist, das wertgeschätzt wird, das gepflegt und gehegt wird, und das für jeden Menschen möglich sein sollte. Und  so erkennt jedoch, Freundschaft bedeutet auch die Fähigkeit sich in den Hintergrund zu stellen. Freundschaft bedeutet vor allem die Fähigkeit, vergeben zu können. Freundschaft bedeutet das Bewusstsein, dass ihr miteinander ein Stück des Weges geht, dass ihr niemals einen Anspruch auf einander habt, dass ihr jedoch immer aufgefordert seid, euch dem Freund zu öffnen.

Die Basis einer jeden Freundschaft ist das Vertrauen, das Vertrauen darauf, dass der andere euch nah sein möchte, dass er euch die Hand reichen möchte, und dass er in seiner Hand keine Waffe verbirgt, sondern sie euch  immer wieder zum Frieden reichen mag. Freundschaft bedeutet auch anzuerkennen, dass ihr miteinander in einer bestimmten Resonanz steht und diese Resonanz euch immer wieder zueinander führen wird, auch wenn es Zeiten der Trennung gibt.  Nun, und ebenso wie eine Partnerschaft,  verlangt auch die Freundschaft, dass ihr achtsam mit euch selbst seid.  Auch  wenn ihr ein Freund sein wollt, müsst ihr fähig sein euch selbst zu lieben. Ihr müsst fähig bleiben euch selbst anzuerkennen, denn sonst erwartet ihr all dies von eurem Freund und könnt es doch selbst nicht fühlen. Dann seid ihr wie ein Fass ohne Boden, das immer und immer wieder mit Liebe, Anerkennung,  und Wohlwollen gefüllt werden mag. Doch all dies nicht annehmen kann weil es keine Resonanz dazu gibt. So versteht also, jeder Mensch kann ein Freund sein, der mit euch in einer Resonanz steht. Auch wenn er fremd ist, könnt ihr ihm freundlich begegnen. Auch wenn ihr ihn nicht kennt, könnt ihr ihm euer Wohlwollen entgegenbringen. Und nun wenn er euch betrügt und verletzt, könnt ihr  dennoch auch Verständnis für seine Situation aufbringen, auch wenn ihr euch in der Konsequenz abgrenzen werdet. Freundlichkeit bedeutet zunächst jedermanns Freund zu sein. Weil ihr versteht, dass ihr nicht wirklich getrennt voneinander seid, dass ihr Teil einer wundersamen Gemeinschaft, Teil der All-Einheit und darin ohnehin in Wirklichkeit Eins seid. So pflegt Freundschaften in dem ihr wieder die Freundlichkeit kultiviert und mit wachen und achtsamen Herzen durch die Welt geht.  Und schätzt euch glücklich, wenn ihr einen Freund an eurer Seite wisst. Wenn ihr also zu einem Menschen eine Verbindung eingehen könnt, in der es euch möglich ist euch zu öffnen, und pflegt diese Freundschaft mit Aufmerksamkeit und Sanftmut.

Nun dieser Freund mag auch derjenige sein, der euch eure Schatten aufzeigt. Jener Freund, der den Mut besitzt euch wertschätzend zu bekritisieren, seid ihm zutiefst dankbar, denn er nimmt es auf sich möglicherweise eine Verletzung in euch zu berühren, um euch Gutes zu tun, um euch in eurem eigenen Entfaltungsprozess zu unterstützen. Heißt gerade jene Freunde willkommen, die euch immer wieder auffordern über euch selbst hinaus zu wachsen und über euch selbst zu reflektieren.

Verseht, dass eine Freundschaft, ebenso wie eine Partnerschaft,  ein Geben und Nehmen ist. Wenn ein Freund euch seine Hilfe anbietet, dann nehmt sie an, scheut euch nicht davor auch einen Freund um Hilfe zu bitten, denn auch dies ist  Zeichen der Anerkennung. Einem anderen Menschen damit zu sagen: „Ich mute mich dir zu, weil ich darin deine Kompetenz anerkenne, und weil ich dir vertraue.

Es ist nicht so schwer Freundschaften zu pflegen, wenn ihr versteht was Freundschaft bedeutet. Freundschaft bedeutet nicht einander auszunutzen. Freundschaft bedeutet nicht einen anderen immer nur mit der eigenen Thematik zu befrachten. Freundschaft bedeutet, die Freude am gegenseitigen Austausch, auch am gegenseitigen Kräftemessen, auch  am gegenseitigen spiegeln der Schatten des anderen.

Nun, damit  Freundschaften lebendig bleiben, bedarf es nicht nur der Übereinstimmung, sondern es bedarf auch der Konfrontation. Am Freund erkennt ihr wie weit ihr fähig seid tatsächlich Beziehungen zu  pflegen, euch selbst zu überwinden den eigenen Anspruch zur Seite zu schieben und sich bedingungslos zu öffnen, und damit gleicht die Freundschaft durchaus auch einer Partnerschaft. Nun, die Fähigkeit also wieder zu erwerben einen anderen Menschen in eurem Leben Wert zu schätzen und diese Wertschätzung mit Wohlwollen zu krönen.

Dies ist es was es braucht. Ihr könntet die Frage stellen: „Braucht es überhaupt Freundschaften?“ Doch seht, diese Frage erübrigt sich wenn ihr begreift, dass ihr  tatsächlich alle Eins seid. Dann könnt ihr wählen ob ihr zu den Menschen in eurer Umgebung eine Freundschaft oder eine Feindschaft pflegen wollt, ob ihr ein Miteinander oder ein Gegeneinander wollt – oder ein Nebeneinander – oder ein Isoliertsein voneinander.

Wir möchten euch mit unserem kleinen Vortrag einladen euer Herz für den Freund wieder zu öffnen, und darin natürlich die gewachsenen Freundschaften  zu pflegen und darin  auch freundschaftlich beliebig  sein zu lassen. Doch zu erkennen, jeder, der euch begegnet kann auch euer Freund sein. Ihr könnt ihn nicht zwingen. Resonanz lässt sich nicht erzwingen. Doch ihr könnt ihn kennenlernen. So ist die Freundlichkeit der Weg zur Freundschaft. Und wenn ihr also begreift, dass ihr über die Freundlichkeit ein Band knüpft, das entwicklungsfähig ist,  dann tragt ihr viel zum Frieden dieser Erde bei.

9. Januar 2016